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Antidepressiva gelten für viele Menschen als Mittel, die Suizide verhindern können. Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie berichten: Erst durch die Behandlung mit Antidepressiva treten bei 8,1 Prozent aller Patienten Suizidgedanken auf (Quelle).

MPG Suizidrisikotest

In der Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie berichten die Forscher, dass 8,1 Prozent der Antidepressiva-Patienten betroffen sind und dass der suizidale Effekt auch bei Patienten bis zum 75. Lebensjahr auftritt.

Antidepressiva gelten für viele Menschen als Mittel, die Suizide verhindern können. Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie berichten: Erst durch die Behandlung mit Antidepressiva treten bei 8,1 Prozent aller Patienten Suizidgedanken auf (Quelle). Die Forscher hatten dafür 397 Patienten zwischen 18 und 75 Jahren untersucht.

Ganz neu ist diese Beobachtung nicht, bereits 1990 berichtete der US-Forscher Martin Teicher, dass sechs seiner langjährigen Patienten nach der Einnahme eines neueren Antidepressivums erstmals suizidale Gedanken entwickelten(Quelle).

Später wies der Forscher David Healy nach, dass sogar gesunde Patienten, die nur für das Erstellen einer „Nebenwirkungsstudie“ die Medikamente einnahmen, Pläne erstellten um sich das Leben zu nehmen. Sein Team konnte im letzten Moment verhindern, dass sich eine der Teilnehmerinnen vor ein Auto warf (Quelle). Andere Fälle endeten tragisch (Quelle).

Die Studie des Max-Planck-Instituts ist jedoch keine reine Folgestudie. Im Gegensatz zu vorherigen Arbeiten, die den suizidverstärkenden Faktor auf Menschen bis 25 Jahre begrenzten, fanden die Forscher um Andreas Menke und Elisabeth Binder heraus, dass der suizidverstärkende Effekt nicht im höherem Alter nachlässt. „Vielmehr sind alle Altersgruppen von 18 bis 75 Jahren gleichermaßen betroffen.“ heißt es in einer Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (Quelle).

Der Studie zufolge ist bei 59 Prozent dieser Patienten das Suizidrisiko innerhalb der ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn erhöht und auch bei der Dosiserhöhung des Medikaments. Die wichtige Frage: Welches Medikament die Suizidalität verschlimmert wird in der Arbeit nicht benannt. Aber da die Patienten aus der MARS-Studie stammen, weiß man, dass fast alle Citalopram/Escitalopram erhalten haben (Quelle).

Depression-Heute: Bei jedem 12. Patienten, dem Antidepressiva verschrieben werden, entstehen Suizidgedanken – egal wie alt der Patient ist. In Deutschland nehmen 4 Millionen Menschen Antidepressiva ein. Das heißt die Tabletten haben das Potenzial bei 333.333 Menschen tragische Vorfälle auszulösen. Es ist unglaublich, dass - trotz dieses Wissens, so vielen Menschen Antidepressiva verschrieben werden. Frauen über 60 Jahren haben ja kaum eine Chance ohne Rezept eine Arztpraxis zu verlassen. … Die Frage ist: Wer prüft, wenn es zum Schlimmsten gekommen ist, ob das Medikament dafür verantwortlich war? Besser wäre es: Noch bevor die Medikamente ausgegeben werden, klärt der Arzt über das erhöhte Suizidrisiko auf.