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Lügen mit Suiziden: Antidepressiva-Vermarktung von Experten

Suizidrate BRD

Meinungsführende Psychiater missbrauchen Suizide um Antidepressiva zu verkaufen.

Suizidrate BRD

Die Nationale Akademie für Suizidprävention hat die Suizidzahlen von Deutschland veröffentlicht. Diese zeigen, dass Antidepressiva die Absenkung der Suizidrate nicht verursacht haben.
Erneut zeigt sich: Eine sorgfältige öffentliche Gesundheitsforschung hätte die massenhafte Verschreibung von Antidepressiva verhindern können. Wir danken Dr. Fiedler für diese Berechnung, die den Marketing-Darstellungen der Antidepressiva-Fürsprecher widersprechen (die Balken hat Depression-Heute in die Grafik eingefügt).

Quelle: Suizidalität in der BRD
Von der Suizidprävention

Es gibt kaum ein ernsthafteres Thema als Selbstmord. Wenn sich ein Suizid ereignet, so zerstört dies häufig nicht nur ein Leben, sondern es tötet auch etwas im Partner, den Angehörigen, den Eltern und den engsten Freunden. Im schlimmsten Fall zieht ein Suizid noch weitere Suizide nach sich. Das lässt sich dann durchaus mit einer Hölle vergleichen.

Jeder einzelne Suizid ist in seiner Konsequenzen so schlimm, dass es überrascht, wie gewissenlos manche Psychiater über die tatsächliche Faktenlage hinwegsehen, um Patienten von Antidepressiva zu überzeugen.

Lüge Nummer Eins: Durch den Einsatz von Antidepressiva ist es gelungen, die Zahl der Suizide in Deutschland stark zu reduzieren. Das Argument: Im Vergleich zu 1980 gibt es heute halb so viele Suizide.

Die tatsächliche statistische Basis: Es ist richtig, dass sich im Jahr 1980 insgesamt 18.451 Menschen in Deutschland das Leben genommen haben und im Jahr 2014 waren es „nur“ 10.076 – aber: Die größte Verringerung von Suiziden erfolgte in den Jahren 1980 bis 1993. Damals sank die Suizidrate (also Suizide pro 100.000 Einwohner) von 31,6 auf 22,7 (aktuell liegt sie bei 18,9). (Datenquelle: G. Fiedler).

Die korrekte Interpretation: Im Jahr 1993 hatte die massenhafte Verschreibung von Antidepressiva in Deutschland noch gar nicht begonnen. Die massenhaften Verschreibungen startete etwa ab 1994 (Quelle). Davor gab es keinen Anstieg der Antidepressiva-Verschreibungen. Die Antidepressiva haben daher keinen Anteil am Rückgang der Suizide, andere Mechanismen sind dafür verantwortlich.

Nach dem Start der massenhaften Verschreibung von Antidepressiva ist die Suizidrate ab 1994 nur in sehr viel geringerem Umfang gesunken und seit 2007 ist die Suizidrate sogar kontinuierlich angestiegen. Dieser Anstieg wird von den meinungsführenden Psychiater verschwiegen. Das Schweigen ist nicht überraschend. Wenn die Meinungsführer darauf angesprochen würden, müssten sie erklären, weshalb sich in Deutschland von 2007 bis heute der Antidepressiva-Verbrauch verdoppelt hat und im selben Zeitraum die Suizidrate von 17,4 auf 18,9 gestiegen ist.

Noch deutlicher sind die Zahlen aus den USA. In kaum einem anderen Land der Welt haben Antidepressiva so hohe jährliche Zuwachsraten, doch die Suizidrate ist seit dem Jahr 2000 von 10,43 auf 12,93 angestiegen. (Quelle).

Eine große Studie in den wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt entdeckte einen Zusammenhang zwischen Antidepressiva-Verschreibungen und Suiziden. Dieser besagte: Dort wo viele Antidepressiva verschrieben werden, ereignen sich mehr Suizide, als in den Ländern, in denen weniger Antidepressiva verschrieben werden.(Quelle).

Ob es überhaupt einen Zusammenhang zwischen Suiziden und Antidepressiva gibt, bestreiten viele Fachleute – sie stimmen jedoch darin überein, dass durch Antidepressiva-Verschreibungen keine Suizide verhindert werden (Quelle).

Diese Aussage findet sich auch in der ärztlichen Behandlungsleitline unipolare Depression:

Die Schlussfolgerung ist, dass Antidepressiva Suizidversuche und Suizide nicht verhindern.“ (S. 165)

Zur speziellen akuten Behandlung der Suizidalität sollten Antidepressiva nicht eingesetzt werden.“ Empfehlung 3-116 (S. 167)
Quelle: Nationale Behandlungsleitline unipolare Depression 2te Auflage Version 3 .

Lüge Nummer Zwei: Durch die Entwicklung neuerer Antidepressiva konnte die Suizidalität weiter abgesenkt werden, da Patienten sich mit diesen Medikamenten – auch bei einer starken Überdosierung nicht umbringen können. Es sollten daher bevorzugt neuere Antidepressiva verschrieben werden.

Die korrekte Darstellung: Gerade mit den neuen, besonders häufig verschriebenen Antidepressiva Duloxetin und Venlafaxin (Marktanteil 20 Prozent) ereignen sich sehr häufig ernsthafte Komplikationen aufgrund von Überdosierungen. Die Datenbank unerwünschte Nebenwirkungen des Bundesamtes für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte (Zur UAW-Datenbank) zeigt unter dem Stichwort „absichtliche Überdosis“ eine gefährliche Häufung von Fällen unter Duloxetin. Die tatsächliche Datenlage zeigt: Die neuesten Antidepressiva sind genauso gefährlich, wie die Antidepressiva der ersten Generation – Dennoch würde kein meinungsführender Psychiater ein warnendes Wort über Duloxetin verlieren – schon gar nicht als Zitat für die Presse.

In geschichtlicher Hinsicht war die Gefahr von Überdosierungen schon von Beginn an ein wichtiges Thema für die Vermarktung von Antidepressiva. Bevor die Substanzklasse 1957 auf den Markt kam, wurden depressive Menschen häufig mit Schlafmitteln behandelt. Die Tabletten wurden für Suizide missbraucht. Als die erste Generation der Antidepressiva 1957 aufkam, bewarben die Firmen diese Mittel vor allem mit dem fehlenden Suizidrisiko bei Überdosierung. Erstaunlicherweise sollen in der heutigen Zeit dieselben Mittel plötzlich suizidbegünstigend wirken.

Damit Meinungsführer Antidepressiva vermarkten können, verdrehen sie Fakten und täuschen Wirksamkeit vor. Sie erreichen damit das nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche gezwungen werden Antidepressiva einzunehmen – obwohl bei dieser Zielgruppe nachweislich geklärt ist, dass sich bei ihnen durch Anwendung von Antidepressiva die Suizidanzahl verdoppelt (Quelle).

Depression-Heute: Die irreführende Vermarktung von Antidepressiva hat zur Folge, dass immer mehr Kindern und Jugendliche Antidepressiva verschrieben werden. Das erhöht die Anzahl von Suiziden bei den Schwächsten unserer Gesellschaft, die häufig genug noch nicht einmal selber über die Tabletteneinnahme entscheiden. Wer schon einmal eine Familie besucht hat, in der sich ein Kind umgebracht hat, weiß wie schwer es der Familie fällt, sich von einem so schweren Ereignis zu erholen. Häufig zerbrechen die Menschen an gegenseitigen Schuldzuweisungen. Es würden sich weniger Suizide ereignen, wenn die Meinungsführer gewissenhafter über Antidepressiva informieren würden.

 

Über den Autor

Dr. Peter Ansari

Autor und Depressionsforscher

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