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Die kanadische Initiative RxISK hat eine Kampagne gestartet, mit der 100.000 Dollar eingesammelt werden sollen. Derzeit ist ein Drittel der Summe zusammengekommen. Mit dem Geld möchte die Initiative Forscher fördern, die sich mit dem Problem der dauerhaften sexuellen Funktionsstörung nach dem Absetzen von Antidepressiva beschäftigen. Das Ziel ist, ein Mittel zu entwickeln, das diese häufig auftretende Nebenwirkung, zuverlässig bekämpfen kann.

RxISK-Gründer David Healy erklärt: „Die Forschung hat sich weit von den Problemen der Menschen entfernt. Anstatt sich für die echten Probleme zu interessieren, unter denen viele Menschen leiden, werden Krankheiten erfunden, gegen die altbekannte und ineffiziente Mittel helfen sollen.“ Sexuelle Funktionsstörungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen, die von antidepressiven Medikamenten verursacht werden. Dennoch weisen viele Ärzte ihre Patienten nicht auf diese Störungen hin, was bei vielen Patienten zu verunsicherungen führt. Denn nur selten sprechen Patienten sexuelle Probleme/Veränderungen an, was dazu führt, dass die entstandenen Funktionsstörungen häufig so lange bestehen, dass sich das Leben der Patienten dauerhaft zum Schlechteren verändert. Mit der Kampagne möchten die RxISK-Mitarbeiter zusätzlich Aufklärungsarbeit leisten und darauf hinweisen, dass die sexuellen Funktionsstörungen auch nach dem Absetzen der Medikamente häufig über einen langen Zeitraum bestehen bleiben. Aktuell hat die Wissenschaft dafür keine Erklärung, obwohl Mediziner dem Krankheitsbild bereits einen Namen gegeben haben: PSSD (Post-SSRI Sexual Dysfunction, deutsche Mediziner sprechen von einer persistierenden sexuellen Dysfunktion). 

Mit der RxISK Prize Campaign möchte der Psychiater Healy den Focus der Wissenschaft verändern. Anstatt im Labor weiterhin Substanzen in Tierversuchen auszuprobieren, die keine Heilung herbeiführen, sollen wieder die Patienten in den Mittelpunkt der Forschung gerückt werden. Aktuell würden viel mehr Menschen unter den von den Mitteln verursachten Nebenwirkungen leiden, als davon dauerhaft zu profitieren.

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Die Initiative RxISK wurde vor 5 Jahren gegründet, um auf Nebenwirkungen hinzuweisen, die beim Einsatz von Psychopharmaka auftreten. Die häufigsten Beschwerden sind eine starke Gewichtszunahme, Herzbeschwerden, sexuelle Funktionsstörungen, sowie viele weitere Symptome. Die Patienten sollen mithilfe der Datenbank von RxISK prüfen, ob das Symptom, unter dem sie am meisten leiden, von dem Medikament verursacht wird, das ihnen gegen ihre psychische Erkrankung verschrieben wurde.

Depression-Heute: Bitte helft mit. Spendet und macht auf die RxISK-Kampagne aufmerksam. Seid Verbreiter der Botschaft. Häufig genug haben wir das Argument gehört: "Ich weiß, dass Antidepressiva wirken, denn seitdem ich diese Medikamente einnehme, geht bei mir unten rum gar nichts mehr." - Darauf kann man zwar antworten: "Nur weil die neuen Schuhe drücken, verschwindet davon keine Erkältung." Doch es bleibt eine traurige Tatsache, das viele Menschen bereit sind dauerhaft Nebenwirkungen zu erleiden, obwohl die eigentlich Hilfe (die Wirkung auf die Depression) ausbleibt. Tatsächlich berichten 80 Prozent der Menschen, die Antidepressiva einnehmen, über sexuelle Funktionsstörung. Aber die Depression dieser Menschen bleibt in den allermeisten Fällen bestehen.

healy ansari herf 2017

Peter Ansari mit Prof. David Healy in Herford im September 2017