Auf jedem Beipackzettel von Antidepressiva ist zu lesen, dass die Medikamente eine Psychose oder eine Manie auslösen können. Weitgehend unbekannt ist jedoch, welche Bedeutungen so etwas auf das Leben der Patienten hat. Ist das plötzliche Auftreten von Suizidgedanken eine zu akzeptierende Nebenwirkung? Das sollte jeder Patient für sich entscheiden.

Ist es die Erkrankung oder das Medikament?.

Der kanadische Arzt Dr. Sholom Glouberman erklärt am 15. Januar 2015 in Kanada die Problematik der Nebenwirkungen von Medikamenten.

Die Behauptung: "Antidepressiva haben fast keine (Neben)wirkung."

"Eventuelle Nebenwirkungen verschwinden spätestens bei Absetzen der Medikamente wieder": Charité Berlin, Homepage der Angstambulanz

 

Fakten:
Die Nebenwirkungen fallen so gravierend aus, dass bei nahezu jedem Antidepressivum während der Zulassungsstudien getrickst wurde. Unterlagen in den USA zeigten, dass nur 286 von über 10.000 Studienteilnehmern das Mittel Prozac (Fluctin) über den gesamten Studienzeitraum von vier bis sechs Wochen einnahmen. Der irische Psychiater David Healy hat eine Website eingerichtet, auf der Patienten über Nebenwirkungen berichten.

Wenn Nebenwirkungen angesprochen werden, wird als erstes erklärt, dass sämtliche Nebenwirkungen verschwinden. Das steht natürlich im Gegensatz zu der Beobachtung, dass viele Menschen die Mittel über Jahre einnehmen, weil ihnen das Absetzen nicht gelingt. Manche Fachleute wie Peter Gotzsche schreiben, dass die Nebenwirkungen in keinem Verhältnis zu dem geringen Nutzen der Medikamente stehen und raten grundsätzlich von der Einnahme ab.

Als häufigste Nebenwirkungen gelten: „Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwitzen, sexuelle Funktionsstörungen“. Das sind vergleichsweise kleine Probleme, wenn man unter starken Depressionen leidet. Dann sind noch nicht einmal die sexuellen Funktionsstörungen erwähnenswert. Das ändert sich erst, wenn die Depression abgeklungen ist und die Medikamente weiter eingenommen werden müssen. Dann können an diesen „Nebenwirkungen“ sogar Ehen und Partnerschaften zerbrechen.

Starke Gewichtszunahme bei Verordnung kombiniert mit Neuroleptika

Als zusätzliche Nebenwirkungen berichten Ärzte häufig über Mundtrockenheit (der selber von Depressionen betroffene Psychiater Piet C. Kuiper berichtete, dass ihm aufgrund der Mundtrockenheit sämtliche Zähne verfaulten). Die häufig beobachtete Gewichtszunahme wird heruntergespielt. Mehr als sechs zusätzliche Kilo sollen es nicht werden. Dabei wird natürlich nicht erwähnt, dass diese sechs Kilo nur für die Einnahme während der Dauer einer achtwöchigen Studie gelten.

Da Sie als Patient, die Medikamente mindestens sechs Monate einnehmen sollen, können daraus auch 18 Kilo werden. Jede zusätzliche Woche erhöht das Gewicht. Es gibt sogar einen medizinischen Fachbegriff für die extreme Gewichtszunahme: "Metabolisches Syndrom". Ihr Facharzt sollte darüber informiert sein.

Dauerdepressiv durch Medikamente

Aber natürlich wurden sie nicht darüber informiert. Obwohl noch viel mehr in den Fachbüchern steht. Hier zum Beispiel: Darin finden sie noch einige zusätzliche Aussagen über Nebenwirkungen:

über SSRI:

  • Erhöhung des Blutungsrisikos durch Beeinflussung der Thrombozyten
  • Eine erweiterte Beschreibung der Problematik der Sexuellen Störung
  • Herz-Rhythmus-Störungen durch Verlängerung des QTc-Intervals

Über NSRI: (Reboxetin):

  • Hohes Risiko von starken Absetzerscheinungen
  • Bluthochdruck verschlimmert sich

Über Trizyklika (Amytryptilin, Imipramin, )

  • Herz-Rhythmus-Störungen durch Verlängerung des QTc-Intervals
  • Delirien, Orientierungsschwierigkeiten,
  • Kognitionsschwierigkeiten
  • Stottern

Über MAOs:

  • Frösteln, „dauerndes Kopfweh“
  • „unerträgliche bleierne Müdigkeit (dosisunabhängig)“
  • Sowie selten beobachtete tödliche Unverträglichkeitserscheinungen mit Marcumar, Triptanen und Morphin.