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Im Jahr 2018 kann keiner mehr behaupten, er hat von nichts gewusst. Es ist mittlerweile bekannt:

  1. Die Biochemie der Depression ist unbekannt
  2. Es sind keine Gehirnstoffe bekannt, die sich bei einer Depression in eine bestimmte Richtung verändern
  3. Es gibt keinen biologischen Marker, der sich bei einer Besserung oder einer Verschlimmerung einer Depression ändert
  4. Es gibt keine biologische Psychiatrie für Depressionspatienten

Antidepressiva wirken nicht spezifisch gegen eine Depression (sonst müsste man ja wissen, welcher Laborwert sich durch die Einnahme verändert), noch korrigieren Antidepressiva fehlgeleitete Prozesse im Gehirn (sonst müsste bekannt sein, welche Prozesse fehlgeleitet sind). Stattdessen gibt es die moderne Gehirnforschung. Sie arbeitet molekularbiologisch und mit bildgebenden Verfahren. Sie kann Theorien beweisen oder widerlegen! Theorien in denen Rezeptoren eine Rolle spielen lassen sich sehr gut durch radioaktiv markierte hochspezifische biochemische Stoffe überprüfen. Eine spezifische Wirksamkeit von Antidepressiva gegen Depressionen konnte damit nie gezeigt werden. Stattdessen besitzen alle Antidepressiva Nebenwirkungen, die mehr oder weniger schwer ausgeprägt sind. Wer über sechs oder zwölf Monate lang jeden Tag eine Substanz einnimmt, die ins Gehirn gelangt, dem geht es schlechter, wenn er sie nicht mehr einnimmt.

Peter Lehmann ist Deutschlands renommiertester Psychiatriekritiker. Seit den frühen 80er Jahren beschreibt er Missständen in den Psychiatrien, setzt sich für die Rechte von psychiatrischen Patienten ein und veröffentlicht Informationen über alternative Therapiekonzepte. Er ist dafür unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und einer Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. Depression-Heute hat mit Ihm über sein neues Buch gesprochen, das er gemeinsam mit einem Psychiater und zwei Ärzten, geschrieben hat:

Neue Antidepressiva, Atypische Neuroleptika – Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen von Peter Lehmann, Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer

Wie schnell wird man von antidepressiven Medikamenten abhängig? Darauf gibt es keine leichte Antwort. Es gelingt über der Hälfte aller Patienten ihr Antidepressivum innerhalb der ersten sechs Wochen abzusetzen (Quelle).

  • Aber nach sechs monatiger Einnahme entwickeln 30 Prozent der Patienten eine Abhängigkeit.
  • Nach zwölf Monaten entwickeln 60 Prozent der Patienten eine Abhängigkeit und
  • nach 2 Jahren entwickeln etwa 80 Prozent der Patienten eine körperliche Abhängigkeit (Quelle & Quelle)

Falschmeldung in der Apotheken Umschau: Bei Depressionen ist der Stoffwechsel gestört und es gibt Depressionsgene, die für die Erkrankung verantwortlich sind. Traurig aber wahr - hier hat keine Redaktion korrigierend eingegriffen.

Obwohl wir mittlerweile das Jahr 2018 schreiben, veröffentlicht das "erfolgreichste Gesundheitsmagazin Deutschlands" Propagandalügen von Pharmalobbyisten. Das ist erschreckend, denn die Apotheken Umschau hat eine Auflage von über 9 Millionen Exemplaren. Eine hier platzierte Falschmeldung wird viele unbedarfte Leser, zu Antidepressiva-Opfern machen, die massiv unter Absetzsymptomen leiden werden, sowie unter vielen anderen Symptomen.

Im Jahr 2016 wurden 1467 Millionen Tagesdosen Antidepressiva verordnet. Das sind 745 Prozent mehr als im Jahr 1991. Die Zahlen hat der Arzneiverordnungs-Report veröffentlicht.

Entwicklung psychopharmaka von 1990 bis 2016

Im Bereich der Psychopharmaka nehmen Antidepressiva eine Ausnahmestellung ein. Keine andere Substanzgruppe hat ein vergleichbares Wachstum erlebt.

Wenn Fachleute die Öffentlichkeit in die Irre führen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe veralbert ihre Klienten. In einer neuen Kampagne behauptet die Organisation unter anderem: Antidepressiva … wirken gezielt gegen die in der Depression gestörten Funktionsabläufe im Gehirn.

Grafik Deutsche Depressionshilfe
Grafik der Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Quelle

Das widerspricht dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung: Kein Forscher weiß, welche Funktionsabläufe bei einer Depression gestört sind. Aus diesem Grund haben sich auch alle großen Pharmafirmen aus der Depressionsforschung zurückgezogen (Link).

Krankenkassen (!) unter Verdacht

mehr tabletten welt dowideit

In der Welt vom 04.12.2017 berichtet die Reporterin Anette Dowideit über eine Razzia der Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Auswertung der beschlagnahmten AOK-Akten zeige, dass es möglicherweise "nur auf dem Papier" einen rasanten Anstieg der Diagnose: schwere Depressionen" gegeben hat. Innerhalb der vergangenen vier Jahre ist demnach die Anzahl der Patienten mit dieser Diagnose um 60 Prozent angestiegen.

Eine Studie zeigt, dass viele Deutsche kaum etwas über die Ursachen und die Therapie der Krankheit Depression wissen. Stattdessen kursieren Mythen. Etwa, dass Serotonin für den Ausbruch einer Depression verantwortlich ist.

Die kanadische Initiative RxISK hat eine Kampagne gestartet, mit der 100.000 Dollar eingesammelt werden sollen. Derzeit ist ein Drittel der Summe zusammengekommen. Mit dem Geld möchte die Initiative Forscher fördern, die sich mit dem Problem der dauerhaften sexuellen Funktionsstörung nach dem Absetzen von Antidepressiva beschäftigen. Das Ziel ist, ein Mittel zu entwickeln, das diese häufig auftretende Nebenwirkung, zuverlässig bekämpfen kann.

Von Sabine Ansari

Die Lebensmitte ist für eine Frau (und sicher auch für einen Mann) oft eine belastende Zeit. Wir ziehen Bilanz über unser bisheriges Leben und müssen vielleicht einige unserer Träume begraben. Oft haben wir uns in den letzten Jahren im Berufsleben verausgabt und drängende Signale überhört. Zu den Belastungen kommen in dieser Phase, Sorgen um die eigenen Eltern hinzu. Was wird aus ihnen, wenn sie sich nicht mehr selber versorgen können?

wechseljahre

Die Redakteurin Lütke Hockenbeck berichtet im Wochenblatt für Landwirtschaft über die "Zukunft der Antidepressiva" Tagung von 2017 in Herford:

Eine Stellungnahme der DGSP zum Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2017

Der Stellenwert antidepressiver Medikamente

Von Peter Ansari und Markus Kaufmann

Nach allgemeiner Einschätzung handelt jeder grob fahrlässig, der Patienten mit mittelgradigen oder schweren Depressionen antidepressive Medikamente vorenthält. Aber worauf basiert diese Einschätzung?

Die Veranstalter der Zukunft der Antidepressiva-Tagung in Herford haben bewiesen, wie viel Einzelne bewegen können. Deswegen zuallererst ein großes Dankeschön an Wolf und Günter aber natürlich auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die diese Tagung nicht möglich gewesen wäre. Es kamen knapp 200 Teilnehmer, unter ihnen 21 Ärzte (es gibt auch hier einen großen Bedarf nach unabhängigen Informationen!). Die Tagung war ein voller Erfolg in stilvollem Ambiente:

Die hohe Anzahl der Anmeldungen macht einen Ortswechsel notwendig. Die Tagung über die Zukunft der Antidepressiva am 21. September 2017 findet – anders als geplant - nicht mehr in der VHS Herford statt, sondern im Marta Herford, in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Dadurch sind jetzt weitere Plätze verfügbar.

Liebe Besucher des Patientenkongress der Stiftung Deutsche Depressionshilfe,

bitte lassen Sie sich diesmal nicht Legenden erzählen, die bereits seit langem wissenschaftlich widerlegt sind. Bitte fragen Sie nach.

Depression-Heute hat für Sie den Kongressband des vorherigen Patientenkongress 2015 durchgearbeitet und die darin enthaltenen widerlegten Aussagen aufgeführt. Den Kongressband erhalten Sie hier (Link).

kongress bild