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Leider leistet dieses Buch keinen wertvollen Beitrag zur Entstigmatisierung der Volkskrankheit Depression, wie im Klappentext versprochen, sondern bewirkt das Gegenteil. Der Bericht von Meierhenrich beschwört ein Schreckensgespenst herbei, das eigentlich durch die historische und klinische Forschung in sich zusammen gefallen sein müsste: Das Gespenst einer dauerhaften, Jahrzehnte andauernden Depression, an deren Ende der Freitod steht.

In der Ausgabe 7/2018 der Zeitschrift Psychiatrische Praxis diskutieren zwei Psychiater über die Frage: Machen Antidepressiva abhängig?

Zur Ausgabe 07/2018 Psych Praxis

Bemerkenswert ist die Position des psychiatrischen Chefarztes Professor Ulrich Voderholzer. Er argumentiert zugunsten der Sichtweise: Antidepressiva machen abhängig.

Hier ein Auszug seiner Argumente:

Ist das nur schlecht recherchiert oder böse Absicht? In der aktuellen Apotheken Umschau hagelt es Falschnachrichten und unbewiesene Spekulationen:

  • Bei einer Depression fehlt Serotonin,
  • der Botenstoff Dopamin gerät aus dem Gleichgewicht,
  • Antidepressiva einnehmen ist so wichtig wie Insulin bei Diabetes.

Die Redakteurin Silke Droll erweist betroffenen Menschen und ihren Angehörigen einen Bärendienst: Anstatt aufzuklären, Risiken zu benennen und Therapien zu bewerten, ignoriert sie aktuelle Forschungsergebnisse und führt damit Angehörige und Betroffene mit der Diagnose Depression vor.

Zitate Apotheken Umschau Depressionen Antidepressiva November 2018

Besonders traurig: Die Apotheken Umschau ist Deutschlands reichweitenstärkste Zeitschrift. Sie erreicht 20 Millionen Leser pro Ausgabe.


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Dr. Martin Plöderl

In der Krisenintervention und Suizidprävention haben Antidepressiva einen großen Stellenwert. Sie sollen die der Suizidalität häufig zugrundeliegende Depression behandeln und so die Situation entschärfen. Dies ist eine gängige Ansicht, die sich auch heute noch in Fachzeitschriften findet und von hochrangigen Suizidforschern vertreten wird, und folglich auch von vielen ÄrztInnen.

Die Evidenzlage lässt diese Ansicht aber kaum rechtfertigen.

In seinem aktuellen Buch Gute Medizin, schlechte Medizin schildert der dänische Arzt Peter C. Gøtzsche einen niederländischen Fall, den er als Gutachter begleitete (Seite 205f).

Die zum Tatzeitpunkt 33-jährige Aurélie V. hatte ihre Kinder Rosa (6 Jahre) und Lucas (8 Jahre) am 02. Oktober 2013 getötet, indem sie ihnen in der elterlichen Wohnung mit einem Messer den Hals durchschnitt.

Aurelie V. erklärte dazu vor Gericht:

"Ich wollte sie nicht töten. Ich habe es in einer Art von Täuschung getan. Ich handelte wie ein Roboter auf Autopilot. Ich war nicht ich selbst." (Link)

Diese wissenschaftliche Diskussion sollte im Januar 2018 in Frankfurt (DGSP-Experten-Hearing) persönlich geführt werden.

Die Gesprächspartner Professor Wolfersdorf und Professor Hegerl waren eingeladen. Beide haben mit Hinweis auf Depression-Heute Gründer Ansari abgesagt.

was war was wird

Wie effizient sind antidepressive Medikamente?

Der Harvard Forscher Irving Kirsch hat zusammen mit Ed Pigott und anderen die Daten der größten, pharmaunabhängigen Antidepressiva-Studie (STAR*D) mit den Daten von anderen (pharmafinanzierten) Antidepressiva-Studien verglichen.

Die Effizienz und auch das Ansprechen auf Antidepressiva ist sehr unterschiedlich:

 

Genesung (Recovery)

Ansprechverhalten (Response)

STAR*D (unabhängige Studie)

25,6 Prozent

35,2 Prozent

Pharmafinanzierte Studien

48,4 Prozent

65,2 Prozent

Die Autoren stellen die Frage: Was stimmt? Wird die Effizienz der Medikamente möglicherweise durch eine „geeignete“ Auswahl von Patienten in den klinischen Studien der Pharmaindustrie stark verzerrt?

http://psycnet.apa.org/record/2018-45831-001?doi=1

In Deutschland leiden fünf Millionen Menschen an Depressionen. Jahrelang wurde ihnen erklärt, ihr Serotoninstoffwechsel sei Schuld an der Erkrankung. Ihnen wurde gesagt, die Erkrankung könne nur mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sinnvoll behandelt werden, sonst drohe eine Dauerdepression (Chronifizierung).

Diese Behauptungen wurden von Universitätsprofessoren in die Welt gesetzt. In Deutschland gibt es 37 psychiatrische Universitätskliniken und dementsprechend 37 Institutsdirektoren. Universitäten sind Orte der Wissenschaft. Wissenschaft soll unabhängig sein. Doch kein einziger Lehrstuhlinhaber will gewusst haben, dass in der Öffentlichkeit Lügen über sein Fachgebiet verbreitet wurden. Eine Konferenz in Frankfurt am Main die eine Klärung anstrebte und im Januar 2018 stattfand, konnte die Frage nach dem „WARUM“ nicht beantworten. Die eingeladenen Fachleute waren nicht erschienen oder hatten kurzfristig abgesagt. – die dadurch "nichtgeführte Diskussion" hatte keinen Einfluss auf das Therapieschicksal der fünf Millionen Depressionspatienten in Deutschland. "Warum kann man hierzulande nicht über die optimale Behandlung von depressiven Patienten diskutieren?"

Tagungsbericht zur Tagung „Wege aus der Depression – Antidepressiva absetzen ?!“ am 6.9.2018 in Herford

Vom Genesungsbegleiter Netzwerk Hamburg (www.gbph.de)

Die Klinke e.V. (ein gemeinnütziger Träger der ambulanten Eingliederungshilfe) aus Herford hat in Kooperation der VHS Herford, dem WGSP und der DGSP eine Tagung zu dem Thema „Wege aus der Depression – Antidepressiva absetzen ?!“ ausgerufen. Bereits im Jahr 2017 veranstaltete die Klinke e.V. eine Tagung zu diesem Thema, wo sehr kritisch die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Antidepressiva (AD), im speziellen SSRI unter die Lupe genommen wurde, veranstaltet.

Am Donnerstag, den 06. September 2018, veranstaltet die Klinke Herford e. V. die zweite Tagung zum Thema Depressionen / Antidepressiva. In diesem Jahr werden alternative Behandlungen von depressiven Verstimmungen und das Absetzen von Antidepressiva thematisiert. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro.

Die Tagung richtet sich an alle interessierten Menschen. Das können Betroffene, Angehörige, Interessierte oder auch professionelle Therapeuten sein. Wer als Arzt an der Veranstaltung teilnimmt erhält dafür von der Ärztekammer Westfalen-Lippe Fortbildungspunkte. Im vergangenen Jahr hatten 21 Ärzte diese Tagung besucht.

Die Zeit schreibt über Abhängigkeit von Antidepressiva und erstaunlicherweise finden sich die beiden Worte Antidepressiva und Abhängigkeit nicht versteckt in der Mitte des Artikels, sondern prominent in der URL des Artikel (https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-05/antidepressiva-medikamente-tabletten-abhaengigkeit).

Der klinische Psychologe Dr. Michael P. Hengartner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat die Langzeitdaten von Personen mit Depressionen ausgewertet (Link). Dabei zeigte sich bei Patienten, die über einen langen Zeitraum antidepressive Medikamente eingenommen hatten, eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs im Vergleich zu Patienten, die nur kurzzeitig oder gar keine Medikamente eingenommen hatten.

Sendung vom 02.12.2017. WDR Aktuelle Stunde. Redaktion: Fritz Sprengart.

Eine Patientin leidet unter seelischen Schwierigkeiten. Sie erhält Antidepressiva. Die Medikamente helfen ihr nicht. Sie entschließt sich die Medikamente abzusetzen. Danach geht es ihr schlechter, als vorher. Ihr aktueller Zustand ist "noch schlimmer als die ursprüngliche Krankheit". Sie bittet ihre Ärztin um eine Therapie, die nicht auf Medikamenten basiert. Ihre Ärztin sagt:"dann werde ich sie nicht weiter behandeln".