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Im Jahr 2016 wurden 1467 Millionen Tagesdosen Antidepressiva verordnet. Das sind 745 Prozent mehr als im Jahr 1991. Die Zahlen hat der Arzneiverordnungs-Report veröffentlicht.

Entwicklung psychopharmaka von 1990 bis 2016

Im Bereich der Psychopharmaka nehmen Antidepressiva eine Ausnahmestellung ein. Keine andere Substanzgruppe hat ein vergleichbares Wachstum erlebt.

Wenn Fachleute die Öffentlichkeit in die Irre führen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe veralbert ihre Klienten. In einer neuen Kampagne behauptet die Organisation unter anderem: Antidepressiva … wirken gezielt gegen die in der Depression gestörten Funktionsabläufe im Gehirn.

Grafik Deutsche Depressionshilfe
Grafik der Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Quelle

Das widerspricht dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung: Kein Forscher weiß, welche Funktionsabläufe bei einer Depression gestört sind. Aus diesem Grund haben sich auch alle großen Pharmafirmen aus der Depressionsforschung zurückgezogen (Link).

Krankenkassen (!) unter Verdacht

mehr tabletten welt dowideit

In der Welt vom 04.12.2017 berichtet die Reporterin Anette Dowideit über eine Razzia der Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Auswertung der beschlagnahmten AOK-Akten zeige, dass es möglicherweise "nur auf dem Papier" einen rasanten Anstieg der Diagnose: schwere Depressionen" gegeben hat. Innerhalb der vergangenen vier Jahre ist demnach die Anzahl der Patienten mit dieser Diagnose um 60 Prozent angestiegen.

Eine Studie zeigt, dass viele Deutsche kaum etwas über die Ursachen und die Therapie der Krankheit Depression wissen. Stattdessen kursieren Mythen. Etwa, dass Serotonin für den Ausbruch einer Depression verantwortlich ist.

Die kanadische Initiative RxISK hat eine Kampagne gestartet, mit der 100.000 Dollar eingesammelt werden sollen. Derzeit ist ein Drittel der Summe zusammengekommen. Mit dem Geld möchte die Initiative Forscher fördern, die sich mit dem Problem der dauerhaften sexuellen Funktionsstörung nach dem Absetzen von Antidepressiva beschäftigen. Das Ziel ist, ein Mittel zu entwickeln, das diese häufig auftretende Nebenwirkung, zuverlässig bekämpfen kann.

Von Sabine Ansari

Die Lebensmitte ist für eine Frau (und sicher auch für einen Mann) oft eine belastende Zeit. Wir ziehen Bilanz über unser bisheriges Leben und müssen vielleicht einige unserer Träume begraben. Oft haben wir uns in den letzten Jahren im Berufsleben verausgabt und drängende Signale überhört. Zu den Belastungen kommen in dieser Phase, Sorgen um die eigenen Eltern hinzu. Was wird aus ihnen, wenn sie sich nicht mehr selber versorgen können?

wechseljahre

Die Redakteurin Lütke Hockenbeck berichtet im Wochenblatt für Landwirtschaft über die "Zukunft der Antidepressiva" Tagung von 2017 in Herford:

Eine Stellungnahme der DGSP zum Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2017

Der Stellenwert antidepressiver Medikamente

Von Peter Ansari und Markus Kaufmann

Nach allgemeiner Einschätzung handelt jeder grob fahrlässig, der Patienten mit mittelgradigen oder schweren Depressionen antidepressive Medikamente vorenthält. Aber worauf basiert diese Einschätzung?

Die Veranstalter der Zukunft der Antidepressiva-Tagung in Herford haben bewiesen, wie viel Einzelne bewegen können. Deswegen zuallererst ein großes Dankeschön an Wolf und Günter aber natürlich auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die diese Tagung nicht möglich gewesen wäre. Es kamen knapp 200 Teilnehmer, unter ihnen 21 Ärzte (es gibt auch hier einen großen Bedarf nach unabhängigen Informationen!). Die Tagung war ein voller Erfolg in stilvollem Ambiente:

Die hohe Anzahl der Anmeldungen macht einen Ortswechsel notwendig. Die Tagung über die Zukunft der Antidepressiva am 21. September 2017 findet – anders als geplant - nicht mehr in der VHS Herford statt, sondern im Marta Herford, in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Dadurch sind jetzt weitere Plätze verfügbar.

Liebe Besucher des Patientenkongress der Stiftung Deutsche Depressionshilfe,

bitte lassen Sie sich diesmal nicht Legenden erzählen, die bereits seit langem wissenschaftlich widerlegt sind. Bitte fragen Sie nach.

Depression-Heute hat für Sie den Kongressband des vorherigen Patientenkongress 2015 durchgearbeitet und die darin enthaltenen widerlegten Aussagen aufgeführt. Den Kongressband erhalten Sie hier (Link).

kongress bild

Im Jahr 1991 wurden in Deutschland 7mal weniger Antidepressiva verschrieben als 2015.

Derzeit leben in Deutschland 4 Millionen Menschen, die an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt sind.

Wenn man davon ausgeht, dass die Verschreibung der antidepressiven Medikamente auch mit der Anzahl der Diagnosen Depression zusammenhängt, hätten wir:

1991:    570.000 depressive Patienten
2015: 4.000.000 depressive Patienten

Und es stellt sich die Frage:

Wo kommen die 3.430.000 zusätzliche Patienten her?

Schlimme: Die abklingende Psychose

Psychiatern wird oft vorgeworfen, sie behandeln akut erkrankte Patienten mit viel zu hohen Dosen von Neuroleptika. Damit helfen sie den Patienten nicht, sondern stellen nur sicher, dass die Abläufe in der Klinik funktionieren. Was der Patient jedoch am meisten auf seinem Weg zur Genesung benötigt, sind Zuwendung und Interesse – doch genau das erhält er in der Klinik nicht.

Jann Schlimme ist ein erfreulicher Gegenentwurf. In seinem Buch „Die abklingende Psychose“ beschreibt der Psychiater gemeinsam mit seinem psychologischen Kollegen Burkhart Brückner, wie man zu einem schwer kranken Patienten Kontakt aufnehmen kann, wie es gelingen kann, ihn zu verstehen und wie man dadurch „anders therapieren“ kann.

Professor Uwe Gonther und sein Team vom Ameos Klinikum veranstalten am 22. und 23. September ein Symposium in Bremen. Zu den Vortragenden wird Sabine Ansari gehören.

Workshops & Vorträge: Traditionelle Chinesische Medizin und Psychotherapie | Überwärmungsbäder bei Depressionen | Cannabis als Heilpflanze | Geistig fit durch Klangyoga | Die Möglichkeiten der Aromapflege | Erfahrungsberichte uvm.

Zu den häufigsten Fragen, die ich bei Vorträgen erhalte, gehört: Woher wissen Sie das eigentlich alles? Die Pharmafirmen haben Ihnen doch nicht freiwillig die interne Korrespondenz zur Verfügung gestellt? Wieso können Sie aus firmeninternen E-Mails zitieren?