GlaxoSmithKline wusste durch eigene Studien bereits seit vielen Jahren, dass der Wirkstoff Paroxetin schwere Absetzerscheinungen verursacht.

Das Video zeigt den Seroxat-Fernsehwerbespot in den USA. Anschließend berichten Betroffene. Das Video stammt von der US-Website www.quitpaxil.org.

 Erst 2003 veränderte Glaxo den Beipackzettel von Seroxat.

Vor 2002 sollten - laut Beipackzeittel - nur bei 0,2 Prozent der Patienten Absetzsymptome auftreten. Im Jahr 2003 gab die Firma das Auftreten von Nebenwirkungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent an (auf der SSRI-Absetzsyndrom-Seite findet sich ein Wert von mindestens 75 Prozent).

Eine Studie von 1998 hatte gezeigt, dass von den neueren Antidepressiva Seroxat (Wirkstoff Paroxetin) die schwersten Absetzsymptome verursacht.

Wenn depressive Patienten die Dosis ihres Medikaments reduzieren, leiden sie unter Symptomen wie:

  • Kreislaufbeschweren
  • Schwindelgefühl
  • Höhenangst
  • Tinnitus
  • Zuckungen
  • Schwerigkeiten beim Aufstehen, Gehen
  • Schlafstörungen
  • Tagschläfrigkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Muskelkrämpfen 
  • Manie
  • Depression (!)
  • Suizidgedanken (!!!)

Diese Symptome sind als SSRI-Absetzsyndrom jedem Psychiater bekannt, aber kaum ein Arzt informiert seine Patienten - vor der Verschreibung über diese Risiken. Aus Sicht von Ärzten ist das nicht nötig, da die Patienten nicht fragen, was passiert, wenn man versucht die Medikamente wieder abzusetzen.

In der psychiatrische Praxis zeigt jedoch eine weitaus bedenklichere Entwicklung. Obwohl bekannt ist, dass diese Symptome beim Absetzen auftreten, sind nur die wenigsten Psychiater in der Lage, die Absetz-Symptome von der Rückkehr der Erkrankung unterscheiden.

Die Patienten sind durch das erneute Auftreten der Symptome tief verunsichert. Eine Depression ist häufig der schlimmste Zustand, den dieser Mensch jemals zuvor erlebt hat. Die Befürchtung, dass DAS jetzt wieder kommt, führt daher zu irrationalen Entscheidungen.

In den meisten Fällen nehmen die Patienten die Medikamente einfach weiter, da dadurch die Symptome zurückgehen und sind ihrem Arzt dankbar für die erneute Verschreibung des Medikaments.

Ein Beobachter dieser Situation würde davon ausgehen, dass die Absetz-Problematik die Ärzte davon abhält, den Wirkstoff Paroxetin weiterhin zu verschreiben. Jedoch findet sich kein Hinweis auf die schwere Absetzproblematik in den deutschsprachigen Handbüchern für Psychiatrie.

Der aktuelle Arzneiverordnungsreport beschreibt einen Anstieg in der Verschreibung des Wirkstoffs Paroxetin um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden im Jahr 2013 in der BRD 46 Millionen Tagesdosen Paroxetin verordnet. Paroxetin ist der am dritthäufigsten verordnete Wirkstoff in der Gruppe der SSRI.