Die Theorie: Ein niedriger Serotoninwert verursacht aggressives Verhalten.

Macht Serotoninmangel aggressiv

Der Forscher Gerald Brown untersuchte im Jahr 1979 die Gehirnflüssigkeit von Soldaten. Dabei fiel ihm auf, dass die besonders aggressiven Soldaten eine sehr niedrige Serotoninkonzentration aufwiesen.

Browns Theorie ist als serotonin-deficiency Theorie berühmt geworden. Spätere Arbeiten werteten den Moment des Absenkens des Serotoninspiegels in der Gehirnflüssigkeit als ausschlaggebend für die Hervorrufung aggressiven und brutalen Verhaltens. Die Forscherin Diana Fishbein bezeichnete die Theorie als zuverlässigste Theorie in der Geschichte der Psychiatrie (Fishbein, 2001, S. 15).

Ein aggressives Verhalten, das nach dem Absenken des zentralen Serotonin-Spiegels auftritt, würde zwar zu der Beobachtung passen, dass viele depressive Patienten sehr aggressiv werden, wenn sie ihre Antidepressiva absetzen.

Aber genau wie die Serotonin-Hypothese der Depression greift auch die Aggressions-Theorie des Serotonin zu kurz und erklärt die Unterschiede der Serotoninrezeptoren und ihrer vielfältigen Aktionen nicht.

Es bleibt lediglich die Erkenntnis, dass manche Forscher behaupten ein niedriger Serotoninwert würde eine Depression verursachen, wohingegen andere Forscher behaupten: Ein Absenken der Serotoninkonzentration verursacht ein besonders aggressives Verhalten.