Irrtum: Die richtige Diagnose hilft das richtige Antidepressivum zu finden

"Menschen bei Maischberger" wie viel Zeit nimmt sich ein Facharzt für das Erstellen einer Diagnose?

Die Behauptung: "Die korrekte Diagnose Depression kann nur ein Facharzt für Psychiatrie erteilen"

Ein Facharzt für Psychiatrie hat in der Regel sechs Jahre Medizin studiert und anschließend eine fünfjährige Fortbildung absolviert, um den Facharzt für Psychiatrie zu erhalten. Das Erstellen der Diagnose Depression basiert jedoch auf einfachen und leicht verständlichen Methoden.

Fakten:
Die Schwere einer Depression wird anhand von Haupt- und Nebensymptomen ermittelt. Zwei Hauptsymptome müssen vorhanden sein.

Hauptsymptome:
- Gedrückte, depressive Stimmung
- Interessenverlust, Freudlosigkeit
- Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome:
- Verminderte Konzentration
- Vermindertes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen
- Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
- Negative, pessimistische Zukunftsperspektiven
- Suizidgedanken/ Suizidhandlungen
- Schlafstörungen
- Verminderter Appetit

Die Bestimmung des Schweregrads ist eine Rechenaufgabe:

Leichte Depression = 2 Hauptsymptome + 2 Nebensymptome

Mittelschwere Depression = 2 Hauptsymptome + 3-4 Nebensymptome

Schwere Depression = 3 Hauptsymptome + 4 Nebensymptome

Die Symptome sind nicht exakt definiert. Ob ein Psychiater oder Psychologe ein Symptom als krankhaft einstuft oder als "normal" ausgeprägt einordnet, basiert auf seiner individuellen Entscheidung.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass selbst erfahrene Ärzte nicht einheitlich über das Vorliegen einer Depression urteilen.

Braucht man für diese Diagnose ein sechsjähriges Medizinstudium und eine fünfjährige Facharztausbildung?

Nein. Aber jeder Facharzt für Psychiatrie hat in der Klinik gesehen, dass selbst schwerste Fälle von Depressionen in den allermeisten Fällen gesunden. Das unterscheidet sein Blick und sein Handeln von den meisten anderen Menschen.