Irrtum: Es gibt ein biochemisches Ungleichgewicht.

Der Psychiater Peter Breggin Breggin vertrat zahlreiche Opfer bei Prozessen gegen Pharmafirmen und erhielt dabei Einblicke in geheime Firmendokumente.

Eine Depression entsteht durch ein biochemisches Ungleichgewicht

Es gibt kein biochemisches Gleichgewicht im Gehirn - Wie kann es ein Ungleichgewicht geben?

Fakten:
Für das menschliche Gehirn gibt es keine Normwerte der Biotransmitter. Werte für einen Gleichgewichtszustand sind nicht bekannt. Dies betrifft sowohl die absolute Konzentration, als auch das Verhältnis der Neurotransmitter zueinander.

Immer wenn Forscher Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin bei Menschen ermittelten, erhielten sie unterschiedliche Werte - egal ob die Menschen krank oder gesund waren.

Anhand der Konzentration von Neurotransmittern lässt sich nicht ablesen ob ein Mensch krank oder gesund ist. Ein niedriger Serotoninwert ist kein Hinweis auf das Vorhandensein einer Depression und genauso wenig beendet eine Erhöhung der Serotoninkonzentration eine Depression. Entsprechende Studien wurden 1968, 1984, 1994 und 2001 durchgeführt.

Das menschliche Gehirn ist kein Fahrstuhl, der von Serotonin angetrieben zwischen Himmel und Hölle rauf und runter fährt.

Im menschlichen Körper gibt es gibt sehr viele Mechanismen, die einer hohen oder einer niedrigen Konzentration eines Botenstoffs entgegensteuern. Beispielsweise können Rezeptoren herauf- und herunterreguliert werden, ebenso kann die Dichte von Rezptoren verändert werden. Zudem zeigen Serotonin-Tunnelproteine eine sehr vielfältige Bauweise. Sie lassen, ihrer Zusammensetzung entsprechend, mehr als nur einen Stoff durch.

Im Gegensatz dazu zeigen viele meinungsbildende Forscher und Ärzte ein sehr einfaches Verhaltensmuster. Anfangs ist dem Professor keine Theorie des Gehirns komplex genug. Aber wenn die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie beginnt und der Professor hohe Zuwendungen erhält ("finanzielle Verbindungen unterhält"). Dann erklärt er plötzlich, dass es ein biochemisches Ungleichgewicht im Gehirn gibt, dass sich sehr gut durch Medikamente beeinflussen lässt.