Irrtum: Antidepressiva verändern die Persönlichkeit nicht.

 

Who cares in Sweden - the untold story of antidepressants.

Immer mehr Menschen verflachen emotional. Sie reagieren gleichgültig, ohne Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

 

Die Behauptung: "Antidepressiva verändern die Persönlichkeit nicht"

Aber wenn sie nichts verändern, warum soll man sie dann überhaupt einnehmen?

Fakten
Zu den häufigsten Aussagen über Antidepressiva gehört das Märchen von der nichtveränderten Persönlichkeit. Wie sich zeigt stimmt das jedoch nur, wenn die Antidepressiva nicht wirken.

Wenn Antidepressiva eine Wirkung zeigen, dann verändern sie die Persönlichkeit der Konsumenten. In frühen Tests, bei denen Forscher die Mittel gesunden Versuchspersonen gaben, berichteten die Versuchspersonen über

  • "Abstumpfung des Gefühlslebens"
  • "Mangel an Konzentrationsfähigkeit"
  • "Gedankengänge verliefen einlinig"
  • "der Beziehungsreichtum des Denkens hätte gelitten"

Aber kein Effekte trat einheitlich auf. Während eine Person gelassener wurde, stieg bei einer anderen der Antrieb. Einzig die emotionale Verflachung zeigte sich als Leitmotiv bei den Versuchspersonen: "Nach Tofranil rührt einen die Umwelt gar nicht mehr, man ist geistig lahm und unbeteiligt", oder "man ist den Erlebnissen gegenüber wie ein kalter Beobachter". Im Resümee attestierten die Forscher ihren Versuchspersonen "eine ausgesprochene Gefühlsverarmung und Gefühlskälte".

Eine andere, ausführliche deutsche Studie, die frühzeitig das Mittel bei Gesunden prüfte, entdeckte, dass sogar gesunde Menschen (Studenten des Forschungsleiters) nach dem Absetzen "albern", "unkonzentriert", "nervös", "müde und schlapp" oder sogar "hypomanisch" wurden.

Antidepressiva gefährden die partnerschaftliche Beziehungen

Sexuelle Funktionsstörungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen der antidepressiven Therapie. Knapp 60 Prozent der Antidepressiva-Konsumenten leiden unter einer Beeinträchtigung ihrer Sexualität. Häufig hat dies Auswirkungen auf die partnerschaftliche Beziehung. Der dänische Forscher Peter Gotzsche beschreibt die Beeinträchtigung der Sexualität sogar als zuverlässigste Eigenschaft der Medikamente, da dieser Effekt viel häufiger eintritt, als die antidepressive Wirkung.

Die Anthropologin Helen Fisher untersuchte die Gehirne von frisch Verliebten und entdeckte dabei: "Hohe Konzentrationen der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin und ein niedriger Serotonin-Spiegel charakterisieren das Gehirn Verliebter." Im Gespräch mit dem Magazin der Spiegel warnte sie vor einer dauerhaften Einnahme von Serotonin-erhöhenden Medikamenten (Antidepressiva). "Weil der ansteigende Serotonin-Spiegel die Dopamin-Produktion im Gehirn hemmt". Sie geht davon aus, dass Antidepressiva "gewohnheitsmäßig eingenommen, Liebe verhindern".

Jan Akerblom hat die gesellschaftlichen Auswirkungen der massenhaften Antidepressivaverschreibung in Schweden in einem Film untersucht. Er beschreibt eine gefühlskalte Welt, voller Individuen, die sich nicht mehr für einander Interessieren, da ihr Mitgefühl beeinträchtigt ist.

In den Niederlanden ordnete ein Richter eine wissenschaftliche Untersuchung bei einem wegen Totschlag verurteilten Gefängnisinsassen an. Dem Mann wurden abwechselnd ein Placebo und ein Antidepressivum verabreicht und sein Verhalten unter Stress protokolliert. Dabei zeigte sich, dass der sonst eher ruhige Mann "nur" unter antidepressiver Medikation die Kontrolle über sein Aggressionsverhalten verlor. Er wurde freigesprochen.

Zwar kann es für schwer depressive Menschen hilfreich sein, wenn sie kurzzeitig leicht betäubt sind und dadurch nicht von ihrer Umgebung heruntergezogen werden. Aber wenn Leute die Medikamente über Jahre nehmen, leben Sie ein anderes Leben und zeigen eine geringere Bereitschaft ihren Mitmenschen zu helfen.