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In Deutschland leiden fünf Millionen Menschen an Depressionen. Jahrelang wurde ihnen erklärt, ihr Serotoninstoffwechsel sei Schuld an der Erkrankung. Ihnen wurde gesagt, die Erkrankung könne nur mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sinnvoll behandelt werden, sonst drohe eine Dauerdepression (Chronifizierung).

Diese Behauptungen wurden von Universitätsprofessoren in die Welt gesetzt. In Deutschland gibt es 37 psychiatrische Universitätskliniken und dementsprechend 37 Institutsdirektoren. Universitäten sind Orte der Wissenschaft. Wissenschaft soll unabhängig sein. Doch kein einziger Lehrstuhlinhaber will gewusst haben, dass in der Öffentlichkeit Lügen über sein Fachgebiet verbreitet wurden. Eine Konferenz in Frankfurt am Main die eine Klärung anstrebte und im Januar 2018 stattfand, konnte die Frage nach dem „WARUM“ nicht beantworten. Die eingeladenen Fachleute waren nicht erschienen oder hatten kurzfristig abgesagt. – die dadurch "nichtgeführte Diskussion" hatte keinen Einfluss auf das Therapieschicksal der fünf Millionen Depressionspatienten in Deutschland. "Warum kann man hierzulande nicht über die optimale Behandlung von depressiven Patienten diskutieren?"

diskutieren

Von Fachleuten wird erwartet, dass sie unabhängig sind, die Datenlage kennen und eigenständig zu Einschätzungen gelangen. In der Psychiatrie gilt dies nicht. Obwohl von 1987 bis in die späten 2010er Jahre weltweit immer wieder der Gehirnstoffwechsel von depressiven Patienten gemessen wurde und jedes Mal die „niedriger Serotoninwert bei depressiven Patienten Theorie“ widerlegt wurde ( die wichtigste Arbeit erstellte die Ludwig-Maximilian-Universität München) – behaupteten die Psychiatriedirektoren das Gegenteil würde zutreffen und eine Depression würde von einem verminderten Botenstoffangebot im Gehirn verursacht. Da alle Insitutsdirektoren mitmachten, kam der Schwindel nicht raus. Keiner scherte aus, keiner sah einen Grund, den Patienten reinen Wein einzuschenken.

Depression-Heute arbeitet seit seiner Gründung im Jahr 2014 für die Aufklärung von depressiven Patienten, Angehörige und Behandler. Sie sollen über Behandlungsmethoden aufgeklärt werden und die Chancen einer medikamentösen antidepressiven Therapie richtig einschätzen.

Im Jahr 2015 schloss sich Depression-Heute der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) an und arbeitet seit diesem Datum im Fachausschuss Psychopharmaka mit zahlreichen Psychiatern, Psychologen, Betroffenen, Angehörigen und professionellen Beratern zusammen. Die DGSP ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1970 besteht, seine Zentrale in Köln unterhält und in nahezu jedem Bundesland von Deutschland Ableger unterhält, die sich für eine bessere psychiatrische Versorgung einsetzen.

Die DGSP ist in den fachlichen Austausch der Universitätskliniken eingebunden und hat unter anderem mit der Neuroleptika-Debatte 2007 einen enorm wichtigen Stein, vielleicht sogar den Grundstein der aktuellen psychiatrischen Einrichtungen, ins Rollen gebracht.

Jetzt, im Jahr 2017, beschloss die DGSP sich mit antidepressiven Medikamenten und der Therapie von Depressionen zu beschäftigen. Die Vorbereitungen begannen ein Jahr zuvor und die Einladungen für die Konferenz gingen sechs Monate im Voraus an die Fachleute. Die Tagung sollte nichtöffentlich, aber im gepflegten Ambiente stattfinden, die Fahrtkosten ersetzt werden. Erhofft wurde eine Diskussion, bei der niemand befürchten musste, sein Gesicht zu verlieren. Doch von den eingeladenen Institutsdirektoren, Depressionsexperten und Depressionslautsprechern kam keiner. Mit Ausnahme von Professor Tom Bschor aus Berlin war kein einziger Wissenschaftler anwesend, der an der Behandlungsleitlinie unipolare Depression mitgearbeitet hatte und überaschenderweise kamen noch nicht einmal diejenigen Professoren, die sonst keine Gelegenheit auslassen, um als Depressionsexperten aufzutreten.

Anstelle einer präzisen Diskussion hagelte es fadenscheinige Absagen. Die Depressionsexperten schrieben, sie hätten Angst vor einer fehlender fachlichen Kompetenz – obwohl über die Hälfte der von der DGSP geladenen Experten und auch der Moderator der Veranstaltung (Privatdozent Dr. Dr. habil. Jann Schlimme) ausgebildete Psychiater waren. Hinzu kam das Renomée der DGSP für die Initiierung der Neuroleptika-Debatte.

Besonders schwierig erschien es für die „Depressionsexperten“, dass als Eingangsreferat, ein 15-minütiger Impulsvortrag von Depressions-Heute Gründer Dr. Peter Ansari vorgesehen war (diesen Vortrag können Sie über diesen Link betrachten).

Hier ein paar Gründe, mit denen die Experten ihr Fernbleiben begründeten:

"Außerdem habe ich gehört, dass der Autor eines Buches gegen AD, wogegen ich nichts habe, referiert, aber wichtige Personen wie z.B. Prof. XXX, einer der bekanntesten Psychopharmakologie und ein sehr kritischer Geist, nicht eingeladen sind. Vor diesem Hintergrund sage ich meine Teilnahme an, weil ich die Rahmenbedingungen für eine ausgewogene Diskussion nicht mehr erkennen kann.“

" [entfernt]."

Eine Klarstellung und eine erneute Bitte um Teilnahme dieses besonders wichtigen Experten brachte die folgende Antwort hervor:

„[entfernt]."

  • Eine kleine Anmerkung: Dr. Ansari hat davor eine 340seitige Doktorarbeit zum Thema Depressionen an der Medizinischen Hochschule Hannover verfasst, die von zwei Psychiatern begutachtet und mit „Sehr gut“ bewertet wurde … (darüber hätte man reden können).

weiter Gründe für ein Fernbleiben waren:

„familiäre Gründe“

„betriebliche Gründe“

Es ist traurig, aber wahr: Die fachlich anerkannte und unabhängige Institution DGSP engagiert sich für einen wissenschaftlichen Austausch zum Thema Depression. Die Organisation scheut weder Kosten, noch Mühen (ein zentraler Raum in der Nähe des Hauptbahnhof Frankfurt wird angemietet, ein für die Teilnehmer kostenloses Catering organisiert, Fahrtkosten erstattet, ein fachliches Referat beauftragt), viele Menschen sind beteiligt, damit diese Diskussion auf neutralem Boden stattfinden kann. Aber die „Experten“ sagen kurzfristig ab und bei den Absagegründen taucht der Name "Ansari" überraschend häufig auf.

Wir hätten die Experte gerne gehört und fachliche Diskussion geführt. Wir hätten gerne von den Personen gewusst: „Ich habe ich so häufig über den Serotoninwert und die erniedrigten Botenstoffwerte bei depressiven Patienten gesprochen, weil … “ ??? - Ja, warum? Was hat Sie dazu bewogen? Bei Ihren Studenten sind Sie doch gnadenlos, wenn sie die Fachliteratur nicht kennen, aber sie persönlich wollen die Veröffentlichungen, in denen die Serotonin-Theorie, die Noradrenalin-Theorie und auch die Stress-Theorie widerlegt wurde nicht kennen? Wieso? Gab es dafür Gründe?

Übrig bleibt ein schaler Beigeschmack.

Die Presse hat das Thema nicht aufgegriffen. Die Zeitschrift Soziale Psychiatrie hat in ihrer Ausgabe 2/2018 über das Treffen berichtet. Das Referat Öffentlichkeitsarbeit der DGSP hat die Information gemeinsam mit der Stellungnahme Antidepressiva aufbereitet. Aber kein Leitmedium, keine Redaktion hat die Thematik aufgegriffen – es lief am interessierten Bürger vorbei.

Depression-Heute: Aus den Absagegründen ergibt sich: Die besonders berühmten Depressionsexperten ziehen es vor, über Dr. Ansari zu reden, anstatt mit ihm zu reden.