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Es gibt keine antidepressiven Medikamente. Die Fakten sind bekannt.

Doktor präsentiert Nichts

Antidepressiva sollen spezifisch gegen Depressionen wirken. Das ist eine gute Idee, aber die klinische Prüfung zeigt, dass es nicht gelingt, Menschen mit Medikamenten dauerhaft von Depressionen zu befreien. Aus diesem Grund haben sich alle forschenden Pharmaunternehmen aus dem Bereich Antidepressiva zurückgezogen. Doch die alten Medikamente werden weiterhin weltweit angewendet, mit steigender Tendenz.

Es gibt keine Antidepressiva. Die gibt es genauso wenig, wie es Anti-Aging Produkte gibt.

Es gibt viele Menschen, die Anti-Aging Produkte anwenden. Sie kümmern sich mehr um ihre Gesichtshaut, sie cremen sie liebevoll und vorsichtig ein und es zeigt sich ein Effekt. Der Haut geht es besser.

Antidepressiva funktionieren auf dieselbe Art. Jedoch haben sie viele Nebenwirkungen und manche Leute vertragen sie überhaupt nicht. Das Prinzip bleibt: Die Menschen müssen zuerst akzeptieren, dass sie eine Erkrankung haben, dann die Bereitschaft entwickeln, Schritte dagegen zu unternehmen und dann wird die Erkrankung bei vielen besser.

Aber es macht keinen Unterschied, ob man dafür eine 500 Euro teure Creme einsetzt oder eine günstige Nivea.

Bei Antidepressiva ist dieser Effekt seit 1998 bekannt. Damals verglich der Harvard Professor Irving Kirsch die Daten von klinischen Depressions-Studien und bemerkte, dass jedes Medikament, das Nebenwirkungen hat, gleichartig auf die Depression der Patienten wirkte. Egal ob es sich um ein Schilddrüsenhormon, ein Schlafmittel, ein Antidepressivum oder ein Beruhigungsmittel handelte.

Moderne Antidepressiva versuchen den Botenstoff Serotonin zu beeinflussen. Die Idee, dass Serotonin etwas mit Depressionen zu tun hat, entstand in den 60er Jahren. Damals vermutete der schwedische Forscher Arvid Carlsson, Serotonin würde die Stimmung von Menschen beeinflussen. Er entwickelte ein Medikament (Zimeldine), in das viele Forscher eine Hoffnung setzten, doch es floppte und wurde nach nur einem Jahr vom Markt genommen.

Carlssons Vermutung, eine Erhöhung der Serotoninkonzentration beendet eine depressive Erkrankung oder kann die Stimmung positiv beeinflussen, wurde in den frühen 80er Jahren wissenschaftlich widerlegt. Damals gelang es, die Serotoninkonzentration in Gehirnen von „normalen“ und von schwer depressiv erkrankten Menschen zu messen. Es zeigte sich, dass viele schwer depressive Menschen höhere Serotonin-Werte aufwiesen, als gesunde Menschen.

Man konnte damals messen, dass die Medikamente die Serotonin-Werte erhöhten, doch die Depression der Patienten besserte sich dadurch nicht. Genauso wenig hatten Menschen, die mit einer schweren Depression eingeliefert wurden und später als geheilt entlassen wurden, beim Entlassungstermin höhere Serotoninwerte, als zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme. 

Nicht Depression, sondern Sexualität.

Seit 2009 weiß die internationale Forschergemeinschaft, dass Serotonin der Botenstoff ist, der die Sexualität und das Aggressionsverhalten beeinflusst. Das entdeckte der Berliner Professor Michael Bader. Er stellte gentechnisch veränderte Mäuse her, denen das Enzym TPH2 fehlt, wodurch sie kein Serotonin im Gehirn herstellen können. Eine chinesische Arbeitsgruppe wiederholte das Experiment von Bader und berichteten, ihre Tiere wären regelrecht enthemmt. Obwohl die Arbeit im hochangesehenen Fachjournal Nature erschien, war dort zu lesen, die Tiere - ohne Serotonin im Gehirn – seien homosexuell geworden. Andere Gruppen berichteten, sie hätten vor allem bei Weibchen eine sexualitätssteigernde Wirkung beobachtet. Diese Erkenntnisse führten dazu eine Sexpille für Frauen zu entwickeln (Flibanserin), deren Wirkung auf einer Absenkung der Serotoninkonzentration beruht. 

Bereits seit mehr als 20 Jahren ist zudem bekannt, dass die häufigste Wirkung von serotonin-steigernden Antidepressiva bei Menschen die Erzeugung von sexuellen Funktionsstörungen ist. Viele Menschen verlieren dadurch das Interesse an Sex. Andere sind verzweifelt, weil jetzt nicht einmal mehr das gelingt, wodurch sie sich früher besser fühlten.

Wie wirkt sich dieses Wissen auf den Verkauf und die Akzeptanz von Antidepressiva aus? Vier Millionen Menschen in Deutschland werden mit Antidepressiva behandelt. Tendenz steigend.

Antidepressiva BRD von 1991 bis 2014