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Falschmeldung in der Apotheken Umschau: Bei Depressionen ist der Stoffwechsel gestört und es gibt Depressionsgene, die für die Erkrankung verantwortlich sind. Traurig aber wahr - hier hat keine Redaktion korrigierend eingegriffen.

Obwohl wir mittlerweile das Jahr 2018 schreiben, veröffentlicht das "erfolgreichste Gesundheitsmagazin Deutschlands" Propagandalügen von Pharmalobbyisten. Das ist erschreckend, denn die Apotheken Umschau hat eine Auflage von über 9 Millionen Exemplaren. Eine hier platzierte Falschmeldung wird viele unbedarfte Leser, zu Antidepressiva-Opfern machen, die massiv unter Absetzsymptomen leiden werden, sowie unter vielen anderen Symptomen.

Apotheken Umschau Depression 2018

Die jüngste Veröffentlichung in der Apotheken Umschau zeigt, dass nach wie vor kein Umdenken bei Antidepressiva eingesetzt hat. Obwohl mittlerweile bekannt ist, dass Antidepressiva sehr viele unangenehme Nebenwirkungen verursachen, aber nur sehr selten eine Wirkung auf die Depression der Patienten haben, ist der Trend zu einer unkritischen Empfehlung ungebrochen.

Die Apotheken Umschau ist Deutschlands erfolgreichstes Gesundheitsmagazin und besitzt eine Auflage von 9 Millionen Exemplaren. Angesichts dieser Dimension hätte man erwarten können, dass eine verantwortungsbewusste Prüfung von redaktionellen Inhalten erfolgt.

Doch das Beispiel Depression zeigt das Gegenteil:

  • Lüge: Bei Depressionen werden biologische Ursachen unterschätzt
  • Wahrheit: Biologische Ursachen, wie eine Schilddrüsen-Unterfunktion, sind für weniger als 1 Prozent aller depressiven Verstimmungen verantwortlich.
  • Lüge: Während der Erkrankung Depression ist der Stoffwechsel im Gehirn gestört.
  • Wahrheit: Es gibt keinen "gestörten" Wert eines Neurotransmitters im Gehirn während einer Depression. Anders als beim Blutbild gibt es keine Normwerte für Neurotransmitter - aber ohne Normalwerte kann es keine "gestörten" Werte geben.
  • Lüge: Gene sind für die Erkrankung Depression verantwortlich.
  • Wahrheit: Es gibt keine Gene, die für den Ausbruch einer Depression verantwortlich gemacht wurden. Alle Untersuchungen über die Gene von europäischen Menschen mit Depressionen lieferten überhaupt keinen Hinweis auf einen möglichen Ausbruch einer Depression.

Es ist eine Schande, dass mit "angeblichen" Hinweisen auf eine "biologische Ursache" von Depressionen weiterhin die Werbetrommel für antidepressive Medikamente geschlagen wird - die ja angeblich passgenau die biochemischen Veränderungen im Gehirn beseitigen sollen (die es aber in Wahrheit gar nicht gibt).

Dabei haben wir 2018! Seit dreißig Jahren gibt es die moderne Hirnforschung. Wenn antidepressive Medikamente wirklich einen biologischen Ansatzpunkt hätten, hätten die aktuellen Techniken zeigen müssen, wie effizient die Medikamente wirken. Man hätte gezeigt: Nur dort, wo die Medikamente korrekt wirken, tritt eine Besserung ein. Doch das Gegenteil ist passiert. Die modernen bildgebenden Verfahren in der Gehirnforschung haben alle biologischen Theorien der Depressionsentstehung widerlegt und konnten nie den Nutzen der Medikamente aufzeigen. Stattdessen haben alle Versuche immer wieder demonstriert: Die biochemische Reaktion auf die Serotoninwiederaufnahme-Moleküle setzt nach Minuten oder Stunden ein. Aber dadurch bessert sich die Depression eines Patienten nicht!

Wir können nur hoffen, dass dieses Wissen irgendwann bei der Apotheken Umschau ankommt.