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Seit wenigen Jahren setzen Kinderpsychiater verstärkt antidepressive Medikamente bei Kindern ein.

Kinder und Antidepressiva

Antidepressiva verdoppeln das Suizidrisiko bei Kindern und Jugendlichen.
Die Zunahme der Verschreibung basiert nicht auf Wissenschaft. Bereits in den frühen 90ern waren Antidepressiva keine Neuheit. Es gab die Medikamente seit mehr als 30 Jahren. Trotzdem setzte sie kaum ein Kinderpsychiater ein. Die Ärzte wussten damals, dass für Heranwachsende andere Methoden besser und effizienter waren als Tabletten.

Die Fürsorge der eigenen Kinder gehört zu den stärksten Instinkten des Menschen.

Wenn es dem Kind dauerhaft schlecht geht, es sämtliche Interessen verliert, nachts nicht schläft und vielleicht sogar über Selbstmord nachdenkt, würden – in normalen Zeiten - fast alle Eltern ihre Zuwendung erhöhen, Verständnis für die Sorgen des Kindes entwickeln und mit Liebe und Zuneigung auf die ernsthaften Schwierigkeiten des Heranwachsenden reagieren. Kaum ein Elternpaar würde von sich aus auf die Idee kommen giftige Substanzen für das Kind zu besorgen und es nötigen diese einzunehmen. Insbesondere wenn bekannt ist, dass die Substanzen die Symptome noch verschlimmern.

Doch genau das sind die nachgewiesenen "Wirkungen" der antidepressiven Medikamente. Sie verdoppeln das Suizidrisiko, verursachen Schlaflosigkeit und sexuelle Funktionsstörungen. Häufig verschlechtern sie die depressive Symptomatik und können eine innere Ruhelosigkeit verursachen, aus der Aggressionen gegenüber sich selbst oder anderen entstehen. Es erscheint paradox, ein leidendes Kind mit einem Präparat zu behandeln, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es sich umbringt. Dennoch erhöht sich von Jahr zu Jahr die Anzahl der Verschreibung von Antidepressiva obwohl wissenschaftliche Studien immer wieder bewiesen, dass Antidepressiva Kindern und Jugendlichen mehr schaden als helfen.

In den USA wurden die Hersteller der Präparate Citalopram und Paroxetin zu Millionenstrafen verurteilt. Beide Hersteller hatten behauptet in ihren klinischen Studien wären depressive Kindern und Jugendlichen unter der Medikation schneller und besser gesundet, als die nicht-medikamentös behandelten Patienten. Die Staatsanwaltschaft konnte in beiden Fällen beweisen, dass die Hersteller Studien gefälscht hatten. Sie fand interne Memos, in denen die Hersteller schrieben:

„Es wäre geschäftlich inakzeptabel bekannt zu machen, dass eine Wirksamkeit nicht vorhanden ist, denn dies würde dem Ruf von Paroxetin schaden.“ Quelle

Tatsächlich waren die Ergebnisse in den Antidepressiva-Gruppen nicht nur schlechter, als bei den nichtbehandelten Teenagern, es gab vor allem deutlich häufiger suizidales Verhalten und schwere Nebenwirkungen. Der Hersteller GlaxoSmithKline wurde wegen des Verschweigens der tatsächlichen Ergebnisse im Juli 2012 zu einer Strafe von 3 Milliarden Dollar verurteilt. Der Hersteller von Citalopram musste im März 2011 aufgrund ähnlicher Täuschungen 164 Millionen Dollar an den US-Staat zahlen. Beide Firmen bekannten sich schuldig im Sinne der Anklage. Beide Firmen zahlten weitere Millionen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen, in denen die Eltern von Kindern klagten, die sich suizidert hatten.

Sämtliche modernen SSRI-Antidepressiva sind mit einer Ausnahme nicht für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen. Nie gelang es den Herstellern, Ergebnisse zu präsentieren, in denen es den medikamentös behandelten Jugendlichen besser ging, als den nichtbehandelten. Die einzige Ausnahme bildet der Wirkstoff Fluoxetin. Fluoxetin erhielt auf Basis der sogenannten TADS-Studie auf europäischer Ebene im Jahr 2006 eine Erlaubnis für die Behandlung von depressiven Heranwachsenden.

Doch auch in diesem Fall hatten die Verantwortlichen die Ergebnisse gefälscht. Das kam im Jahr 2009 heraus, als einer der Autoren umfangreichere Daten über Nebenwirkungen präsentierte. Im Jahr 2015 wurde die deutlich erhöhte Suizidalität in der TADS-Studie in einer umfangreichen Arbeit erneut dargestellt. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat darauf nicht reagiert. Sie erlaubt weiterhin eine Behandlung von Teenagern mit Fluoxetin.

Einen umsichtigen Kinderpsychiater dürfte dies nicht beeindrucken. Wenn seine Entscheidungen auf wissenschaftlichen Daten basieren, wüsste er, dass Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mehr Schaden anrichten, als Nutzen zu bewirken. Doch viele Kinderpsychiater glauben lieber den Märchen der Pharmahersteller, die für jede Depression eine passende Pille versprechen.

Es ist enttäuschend, dass kein prominenter Psychiatrie-Direktor diese falschen Versprechen öffentlich anprangert und gleichzeitig ist es eine Schande, dass so viele Psychiatrie-Professoren noch immer mit der seit vielen Jahren widerlegten Serotonin-Hypothese argumentieren.

Depression-Heute: Für Eltern bedeutet es unvorstellbar großes Leid, wenn sich das eigene Kind umbringt. Über Antidepressiva ist bekannt, dass sie sogar in gesunden Menschen Suizidgedanken auslösen können. Kinderpsychiater sollten dieses Wissen den Eltern nicht länger vorenthalten. Sie sollten sich lieber an andere Teile ihrer Ausbildung erinnern. Es gibt so unendlich viele hilfreiche und gut erprobte Methoden, mit denen man depressiven Heranwachsenden helfen kann.